Einblicke

Netzentgelte: Vom fixen Kostenblock zum strategischen Hebel

Christian Rosan·16. April 2026

Mit einem Anteil von bis zu 40 % sind Netzentgelte oft der zweitgrößte Posten der Industriestromrechnung und werden dennoch häufig als unveränderbare Fixkosten hingenommen.

Meteoric bricht dieses Muster auf. Durch die gezielte Nutzung von §19 StromNEV-Privilegien, intelligenter Spitzenlastglättung und der Optimierung der Spannungsebene transformieren wir Ihre Netznutzung. Wir machen Netzkosten steuerbar und sichern so die langfristige Wettbewerbsfähigkeit Ihres Standorts.

Wie hoch ist das Netzentgelt?

Das Netzentgelt macht für Industriegroßkunden typischerweise 25–40 % der gesamten Stromkosten aus - inklusive Netzentgelt, Netzumlagen und Messentgelte.

Die genaue Höhe hängt ab von:

  • Spannungsebene - Hochspannungskunden zahlen weniger als Mittelspannungskunden, die weniger zahlen als Niederspannungskunden
  • Netzbetreiber / Netzgebiet - Netzentgelte variieren je nach Region erheblich (bis zu 100 % Unterschied zwischen günstigsten und teuersten Netzgebieten in Deutschland)
  • Jahresbenutzungsstunden - Kunden mit konstant hohem Verbrauch zahlen proportional weniger
  • Nutzungsverhalten - atypische Netznutzung wird vergünstigt

Bestandteile des Netzentgelts

BestandteilBeschreibung
Netzentgelt (Grundpreis)Leistungspreis (€/kW/Jahr) auf die Jahreshöchstlast
Netzentgelt (Arbeitspreis)Verbrauchspreis (Ct/kWh) auf den Gesamtverbrauch
KWKG-UmlageFörderung von Kraft-Wärme-Kopplung
§19 StromNEV- UmlageFinanzierung der Netzentgeltbefreiungen oder -reduzierungen für stromintensive Industrieunternehmen.
Offshore-NetzumlageFinanzierung der Netzuanbindung von Offshore-Windparks
Abschaltbare Lasten-UmlageFinanzierung von Lastmanagement-Programmen
KonzessionsabgabeGebühr, die der Netzbetreiber an die Kommune zahlt, um öffentliche Wege für Leitungen nutzen zu dürfen.

Wie können Netzentgelte optimiert werden?

1. Bandlastprivileg - §19 Abs. 2 StromNEV 

Unternehmen, mit einen Verbrauch von mindestens 10 GWh und mehr als 7.000 Benutzungsstunden (entspricht einer Gleichzeitigkeitszahl von >80 %), haben Anspruch auf erheblich reduzierte Netzentgelte.

Die Reduzierung ist nach Benutzungsstundenzahl gestaffelt und Beträgt 10%, 15% oder 20% der veröffentlichen Netzentgelte. Das ist für viele energieintensive Industriebetriebe eine der größten Einzeleinsparungen.

Voraussetzung: Gleichmäßiger, hochkontinuierlicher Verbrauch (typisch für Papierwerke, Chemie, Aluminium, Elektrolysebetriebe).

2. Atypische Netznutzung - §19 Abs. 2 StromNEV

Unternehmen, die ihre Last in Zeiten geringer Netzauslastung (Nacht, Wochenende) konzentrieren, können eine Reduzierung des Leistungspreises erhalten.

Meteoric analysiert das Lastprofil und entwickelt - soweit produktionstechnisch möglich - eine Produktionsplanung, die eine atypische Netznutzung ermöglicht und dadurch Netzentgelte eingespart werden können. 

3. Spitzenlastglättung - § 17 Abs. 2 StromNEV

Durch Reduktion der monatlichen Spitzenlast (kW) kann der Leistungspreis des Netzentgelts gesenkt werden. Durch die Analyse der Lastgänge kann die Anlaufsteuerungen optimiert werden und ein Lastmanagementsystem implementiert werden.

4. Spannungsebenen-Optimierung - § 3 StromNEV

Kunden, die von Niederspannung auf Mittelspannung oder von Mittelspannung auf Hochspannung wechseln können (z.B. durch Eigentransformator), reduzieren ihr Netzentgelt erheblich.

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